TK-Chef kritisiert Debatte über Senkung der Lohnnebenkosten

Kassel (dpa) - Der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, hat die anhaltende Debatte über eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten kritisiert. «Die Unternehmen sind entlastet, aber wo bleibt die versprochene Beschäftigung?», sagte Klusen der «Hessischen-Niedersächsischen Allgemeinen» in Kassel. Die Arbeitgeber seien im Juli um 0,9 Prozentpunkt entlastet worden. «Dafür haben sie noch nicht einmal "Danke" gesagt, sondern rufen nach weiteren Einschnitten.» Die Diskussion müsse beendet werden.


Anmerkung:
Unsere Sozialversicherungssystem krankt nicht daran, dass 50 € Bruttolohn 21 € Lohnnebenkosten verursachen.
Es krankt daran, dass für 50 € Bruttolohn z.B. ein Autoschlosser 5 Std. arbeiten muß,
die Werkstatt aber dem Kunden für diese 5 Arbeitsstunden 250 + 40 € MwSt. = 290 € in Rechnung stellt. D.h., die Werkstatt genehmigt sich für diese 5 Arbeitsstunden weit über 150 € für Gemeinkosten und Gewinn. Stellt man die 50 € Bruttolohn nicht nur den Sozialabgaben -, sondern auch dem Anteil gegenüber, den sich Werkstatt und Staat genehmigen, ist es geradezu lächerlich darüber zu streiten, ob in den 290 € die der Kunde zahlen muß, für die Rentenversicherung des Autoschlossers 9.75 € oder 10 €  und für die Krankenversicherung  6.95 € oder 7 € enthalten sind.
Fazit: Unser System krank nicht an Lohnkosten und Sozialabgaben, sondern an aufgeblähten Gemeinkosten, die in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung und zu den wirklichen Lohnkosten und Sozialabgaben stehen.

Unser System krankt aber auch daran, dass im Zeitalter der Globalisierung, die Sozialabgaben nur an den Arbeitslöhnen festgemacht werden.

Unser System krankt nicht an der alleinerziehenden Kellnerin, die für 4 Euro die Stunde schwarz arbeitet, um die nächste Miete bezahlen zu können.
Es krankt daran, dass es Handwerksbetrieben, Handel und Dienstleistern zu leicht gemacht wird Steuern und Sozialabgaben zu hinterziehen, bzw. mit Barzahlern schwarz abzurechnen.

Nicht Arbeitslose, Rentner, Kranke und Kindergeldempfänger ruinieren unseren Staat,
sonder es werden die immer mehr, die  - ohne selbst Werte zu schaffen oder eine wirkliche Dienstleistung zu erbringen -  nur verdienen wollen und dabei den Hals nicht voll genug bekommen.

Unser System krankt daran, dass den Unternehmen die Milliarden der Gemeinschaftsaufgabe Ost
in den Hintern geschoben -, die Kosten aber auf die Sozialkassen abgewälzt wurden.

Unser System krankt an korrupten Politikern die dem Geld nicht widerstehen können, das als Dankeschön unter dem Tisch durchgereicht wird, wenn die Lobbyisten der Verbände und Konzerne bedient werden.

Unser System krankt daran, dass die, für die nicht der Mensch -, sondern für die der Profit das Maß aller Dinge ist, nicht ertragen können, dass vernüftig sozial abgesicherte Rentner, Arbeitslose und Kranke, nicht bereit sind, für "einen Apfel und ein Ei" bei Herrn "Besserverdiener" den Dienstboten, die Putzfrau, bzw. den "Affen" zu machen.

Wo sind z.B. die versprochenen Arbeitsplätze, die die Konzerne - nach der ersten Stufe der Steuerreform - schaffen wollten? Man sackt jährl. 60 Milliarden ab und stellt neue Forderungen.