Nachdem in Meinhard-Schwebda die Beweihräucherung von Nazisgrößen  mit dem Straßennamen  "Von-Keudell-Ring" gelaufen ist, revidiert der Eschweger Geschichtsverein nun seine Aussagen, dass Schwebda Stammadelsitz der Edelfamilie "von Keudel" ist und schwenkt in seinem Buch über den Keudelstein und in Berichten in der WR auf die historischen Gegebenheiten um, dass eben der Keudelstein (Hildebrandshausen) der Stammadelssitz der Edelfamilie ist.

Der Hintergrund bzgl. meiner Ausführungen zur Straßenbenennung in Schwebda nach Nazischergen:
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Chronik von Hildebrandshausen entlarvt "1200 Jahre Schwebda"
als Märchenbuch.


(Mittlerweile (Seite 11 der Abhandlung über den Keudellstein.) hat auch der Herr vom Eschweger Geschichtsverein und Schwebdaer Museumsverein eingeräumt, dass das ehemalige Gut Keudelstein bei Hildebrandshausen, der Stammsitz der "Edelfamilie" von Keudel war.  Im Gegensatz zu seinen Ausführungen im Märchenbuch "1200 Jahre Schwebda", wo er Vieles was mit Adel zu tun hat, oder einen Namen ähnlich  "Keudel" getragen hat,  zusammenhangslos aufgelistet hat,  um danach den Schluß zu ziehen, dass Schwebda Stammadelssitz derer von Keudel ist  und ein "Vorsteher" des Adelsgeschlechtes immer aus Schwebda kam. )

Wenn Meinharder SPD Kommunalpolitiker - ohne die Hintergründe zu kennen - den unverbesserlichen "Deutschnationalen" aus dem Museumsvern auf den Leim gingen - und sich zu dem Straßenamen: "Von-Keudell-Ring", überreden liesen, zeigt das die "Qualität" unserer heutigen Kommunalpolitiker.

Wer waren denn nun die Mitglieder der "Edelfamilie", die der Verfasser vom Eschweger Geschichtsverein in der Werra-Rundschau auch noch besonders herausgestellt wurden.



Otto von Keudell, Generalmajor der SS und stellvertretender Kommandeur  im SS-Oberabschnitt Weichsel, wo die Ausrottung der polnischen Intelligenz im KZ Stutthof organisiert wurde?
Walter von Keudell, Innenminister der deutschnationalen Volkspartei, der 1933 Adolf Hitler die fehlenden Stimmen zur Machtergreifung von der DNVP besorgte  und als Steigbügelhalter von Adolf Hitler in die Geschichte einging?

Details

Weitere Mitglieder der Edelfamile aus der Nazizeit, die nicht den Namen "von Keudell" tragen.
Wernher von Braun, verantwortlich für 20000 tote Häftlinge im KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen?
(
Wernher von Braun wurde auf einer amerikanischen Webseite als Cousin bezeichnet, obwohl die verwandschaftliche Verbindung 4 und 6 Generationen (Otto von Keyserlingk 19.12.1818 - 31.12.1872) zurück liegt.
Graf Schwerin von Krosigk, Hitlers Finanzminister, in Nürnberg zu 10 Jahren - wegen "Plünderung jüdischer Vermögen" - verurteilt?

Dazu kam, dass 1920 nach dem Kapp-Putsch und 1923 nach dem Hitler-Putsch, die "Ehrenleute" - besser gesagt Putschisten - auf dem
Rittergut der "Edelfamilie" in Schwebda - als Eleven getarnt - versteckt wurden.

Die Diskrepanz zwischen Überlieferungen von  alten Schwebdaer Sozialdemokraten Fritz Münscher, Heinrich Burghard, August Pfister, Georg Bürmann, Fritz Blum, Fritz Wenzel, Heinrich Jatho, den Aufzeichnungen von meinem Vater Karl Speck  und dem, was in "1200 Jahre Schwebda" geschrieben steht, hat schon meinen Vater zu der Aussage veranlasst, dass der Verfasser von "1200 Jahre Schwebda" offenbar auf dem "rechten Auge" blind sei. 
Während  in "1200 Jahre Schwebda" alles verschwiegen wird, was sich die Nazis zwischen 1933 und 1945 leisteten,
wird im Nachbarort Wanfried diese Zeit nicht ausgeblendet.
Nur ein Tag in 1945, der erahnen läßt, was sich in Wanfried in der Nazizeit
in den landwirtschaftlichen Betrieben bzgl. der Behandlung der Zwangsarbeiter abspielte.

Quelle:http://wiki.cdu-wanfried.de/index.php?title=1945

Auch meine Recherchen, dass der Stammsitz der Edelfamilie nicht Schwebda sondern das Rittergut "Keudelstein" war, wird in dem jüngsten Buch nach der Magisterarbeit des Historikers Jochen Ebert "
Armut und Bettel in der Landgrafschaft Hessen. Das Adelsdorf Schwebda 1659-1690" belegt. Wie die nachfolgenden Recherchen bzw. Quellen belegen, ist Schwebda weder der Stammadelssitz, noch gibt es eine durchgehende Linie,  noch - auch nur einen Grund, um das Adelsgeschlecht als "Gutmenschen" zu ehren. Während in der nachgelegten Beweihräucherung (WR vom 2. 10. 2004) mit "Ein Geschlecht das viel bewirkte" schwadroniert wird, sprechen die Kirchenbücher unserer Nachbargemeinden davon, dass die Ursache für die Teilnahme z.B. der Lengenfelder- und Hildebrandshausener Bauern am Bauernkrieg 1525  (der erste Aufstand überhaupt),  die Ausplünderung der Bauern durch das Adelsgeschlecht "von Keudel" war. Dazu sollte man sich die Frage stellen, warum die Bauern des Eichsfeldes  das Kloster Anrode, das Vorwerk Kloster Zella und zwei Guthöfe in Diedorf plünderten und brandschatzten?

Zu den Fakten:
Sie hießen weder  Koydil, Koydel, Koidel oder Keydell, noch kamen sie  aus dem "Dunkel der Geschichte"  wie in "1200 Jahre Schwebda"  zu lesen ist, sondern aus Sachsen kamen die Vorfahren  des Adelsgeschlechtes, die Ritter Rudolf und Heinrich von Keudel, (Rittergut Schierschwende und Rittergut Schönborn)






.
Dazu gab es einen Hans von Keudel vom Rittergut Keudelstein und einen Reinhard von Keudel Keudelstein, Pfandbesitzer der nahe gelegenen Burg Bischofstein .
Dies sind die Ersterwähnten der direkten Linie des Adelsgeschlechtes, das in unserer Region die Bevölkerung über Jahrhunderte ausplünderte und den Aufstand der Bauern (Bauernkrieg) in Thüringen mit ausgelöst haben. (Chronik Lengenfeld und Hildebrandshausen)

Ersterwähnung: Heinrich von Keudel, Burgmann, Erw. 1314 u. 1356 Schierschwende
aus Sachsen kommend
,
Gest. 1363, 
(Vater von Rudolf von Keudel)
Ersterwähnung: Reinhard von Keudel, 1351 Keudelstein, 1356 Heyerode
Ersterwähnung: Rudolf von Keudel,  geb.1320,  Erw. 1356 Schierschwende,
aus Sachsen kommend

Ersterwähnung: Hans von Keudel, 1384 Keudelstein
Ersterwähnung: Familie von Keudel, 1390 Gut Schönberg bei Schierschwende

Die direkte Linie der von Keudel in Schwebda. (Söhne)
Heinrich von Keudel 1314 - 1363 Burgmann, Erw. Schierschwende 1356,
aus Sachsen kommend

Rudolf von Keudel zu Schwebda und Falken, geb. 1320, Erw. Schierschwende 1356,
aus Sachsen kommend

Reinhard IV. von Keudel, gest. 1371, 1. Ehe mit einer von Ebeleben
Reinhard VI. von Keudel, Stifter der Schwebdaer Linie, Erw. 1410
Asmus von Keudel zu Schwebda, Erw. 1476 ff. 1490
Eva von Keudel  Erbin von Schwebda
Mit Eva von Keudel stirbt diese Linie Keudel  in Schwebda aus.

Die genannte Eva von Keudel, Erbin von Schwebda, verkauft 1507 zusammen mit ihrem Manne,  Oswald von Buttlar-Ziegenberg, den Schwebdaer Besitz für 600 Goldgulden, an Bernhard III von Keudell, 1470-1530 Keudelstein, der 1522-1529 das Steinerne Haus in Schwebda erbaute, als sein Sohn Friedrich von Keudel 1502-1567 Mechthild von Schwebda heiratete.

Die direkte Linie der von Keudel, die das "Steinerne Haus" in Schwebda erbaute. (Söhne)

Heinrich von Keudel, 1314 - 1363 Burgmann, Erw. Schierschwende 1356, aus Sachsen kommend
Rudolf von Keudel zu Schwebda und Falken, geb. 1320, Erw. 1356 Schierschwende,
aus Sachsen kommend

Reinhard IV. von Keudel, gest. 1371, 2. Ehe mit Anna von Buttlar Gen. Treusch
Bernhard II. von Keudell auf Schwebda und Keudelstein, 1410-1437
Hans II von Keudell auf Schwebda, 1440-1477, Keudelstein. Identisch mit Hans II. von Keudel,
Ritter zu Eschwege (Hier wird die gleiche Person einmal mit l und einmal mit ll geschrieben,
wie auch Reinh. IV)

Bernhard III von Keudell auf Schwebda, 1470-1530 Keudelstein, kaufte von
Eva von Keudel Erbin von Schwebda
den Besitz im Jahre 1507 für 600 Goldgulden und erbaute
1522-1529 das Steinerne Haus in Schwebda als sein
Sohn
Friedrich von Keudell
1502-1567 Mechtild von Schwebda
(Tochter von
Arndt von Schwebda) heiratete
Friedrich von Keudell, 1502-1567
Bernhard IV. von Keudell, gest. 1604 auf Keudelstein
Mechtild von Keudell zu Schwebda und Keudelstein, gest. 1662
Mit Mechtild von Keudell zu Schwebda und Keudelstein stirbt auch
diese Linie männlicherseits  in  Schwebda aus.  

Dies sind die "Edelleute" vom Keudelstein (Hildebrandshausen) und Schwebda, die über Jahrhunderte die Bevölkerung in unserer Region ausplünderten und jetzt durch die Gemeinde Meinhard mit einer Straßenbenennung beweihräuchert werden.

Weitere Verwandte in diesem Zeitfenster, die offenbar das Rittergut Schwebda in dieser Zeit führten:
Wolf Wilhelm von Keudell, Herr auf Schwebda. geb.1540 verheiratet mit Mechtild von Eschwege 
Töchter: Veronika von Keudel zu Keudelstein aus dem Hause Schwebda und
Anna Margareta von Keudel-Schwebda. Dazu wird 1586 ein  Barlt von Keudel, Keudelstein  erwähnt.

Gesicherte Erkenntnisse über männliche Verwande, die den Namen bist Rudolf von Keudell, gest. 1968, weitergegeben haben, sind in der genealogischen Datenbank nicht zu finden. (Viele Stammbäume des Adels wurden in der Nazizeit  "geschönt" wenn dadurch bekannt geworden wäre,  dass jüdische Vorfahren in deren Reihen waren.) So lassen sich die Vorfahren der ostpreußischen Linie in "Rootsweb",  nur bis Robert von Keudell geb.1824 zurückverfolgen, während die Linie von
Robert von Keudells Ehefrau bis 1680 zurückverfolgt werden kann. Hier war die jüdische Mutter (Wilhelmine Philippine Christine von Hartmann) von Robert v. K.  im Spiel,  die den Söhnen - , den Nazi- und SS-Größen Walter und Otto von Keudell  unangenehm war. Dazu an anderer Stelle (ostpreußische Linie) mehr.

Nachdem nun in den Chroniken von Hildbrandshausen und Lengenfeld nicht von Gutmenschen, sondern von Feudalherrschaft die Rede ist,  versucht man nun, mit der ostpreußischen Linie, die 1620 in Schwebda einen Vorfahren haben soll, den Beleg für Schwebda als Stammsitz des Adels - und den Nachweis der "Größe" der Schwebdaer Edelfamilie zu führen.

In der Chronik von Hildebrandshausen und Keudelstein bzgl. des Stammsitzes der von Keudel und der Vorfahren von Alexander von Keudel, liest sich das anders. "Den Keudelstein selbst (das Stammgut der Keudel) erwarben 1861 die Ganerben Martin und Lorenz von Geismar. Erst im Jahre 1901 kaufte der Landrat von Keudel aus der Schwebdaer Linie
das ehemalige Gut (Keudelstein) seiner Vorfahren  für  210 000 Mark zurück".

Nun zu den Spuren, die Alexander von Keudel in Schwebda hinterlassen haben soll:

Zitat aus der WR vom 2. Okt. 2004:
"Alexander von Keudel war der Bauherr von Schloss Wolfsbrunnen."
  Schloß Wolfsbrunnen wurde natürlich nicht - wie in der Beweihräucherung  geschrieben - von Alexander von Keudel erbaut .

Die erwähnten Verdienste von Alexander von Keudell beim Eisenbahnbau, können ebenfalls angezweifelt werden.
Die preußische Staatsbahn mit Sitz in Berlin - nicht die hessische Ludwigsbahn - hat alle drei Strecken  ( Kanonenbahn, Heiligenstadt und Treffurt) geplant und gebaut.   Zitat aus der Lengenfelder Kirchenchronik: "Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Leinefelde - Eschwege, deren Trassenführung am 15.01.1875 endgültig festgelegt worden war, wurde am 01.02.1875 begonnen." Alexander von Keudell wurde 1894 Landrat.  19 Jahre vorher (1875) wurde bereits die Trassenführung festgelegt und mit dem Bau begonnen. 14 Jahre vorher (1880)  wurde der Schwebdaer Bahnhof bereits eingeweiht.
Dies zu der Abteilung "Märchen"bzw. "Geschichtsfälschung".
Bezeichnend für den Adel ist, daß Alexander von Keudell als Landrat eine Wasserleitung von Kella nach Schwebda bauen ließ,
die aber nur dem eigenen Bedarf  - Schloß Wolfsbrunnen und Gutshof in Schwebda - zur Verfügung stand. Die Einwohner mußten nach wie vor ihre Brunnen - oft nur 3 Meter vom Misthaufen entfernt - benutzen.

Zum Nachdenken in dieser Richtung regt ebenfalls an, dass als Quelle für die untenstehenden Stammbäume immer wieder das
"Stammbuch der Althessischen Ritterschaft" Author: Rudolf von Buttlar-Elberberg, in der Datenbank angegeben wird,  das auch vom Autor der Beweihräucherung in der WR am 2. Okt. 04 als Quelle angegeben wird. Seltsamerweise passen die Namen und Daten der Chroniken von Schierschwende, Keudelstein und Hildebrandshausen, zu den Namen und Daten der genealogischen Datenbank "Rootsweb". Auch das Familien- und Gutsarchiv (von Keudel zu Schwebda´sches Archiv) deckt nur das 16. bis 19. Jahrhundert ab. D.h. vom 13. bis 15. Jahrhundert kann auch in deren Archiv nichts von Gutmenschen stehen.
Das Adelsdorf Schwebda, Armut und Bettel im ländlichen Raum.
Auch in dem kürzlich erschienenen Buch über das "Adelsdorf Schwebda", läßt sich nicht das Adelsgeschlecht Keudell als "Gutmenschen" - wie es der Verfasser von "1200 Jahre Schwebda" so gerne hätte - darstellen. Wenn die Dorfbewohner  einen über 150 Jahre dauernten Prozess um Wald- und Weideflächen gegen das Adelsgeschlecht "von Keudell" führten, spricht das Bände.
Schwebda_gegen_Keudell

Quellen:
Nachzulesen unter der Geschichte von Hildebrandshausen,
Keudelstein
unter Burg Keudelstein,
Lengenfeld unterm Stein,
sowie der Geschichte von Schierschwende.

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