Ungereimtheiten bei der Genehmigung der Witzenhäuser Müllverbrennung.

Sind Abfallverbrennungsanlagen genehmigt und gebaut, werden sie auch nicht mehr durch die Abnahmeprüfung fallen, weil die geforderten Abgasgrenzwerte bzw. Vorschriften nicht eingehalten werden können. Die Möglichkeiten, die Ergebnisse bei den Abnahmemessungen zu manipulieren sind vielfältig.
Während in der Holz- und Spanplatten- bzw. Späneverbrennung dafür gesorgt wird, dass zum Zeitpunkt der Abnahmemessungen kein beschichtetes Holz oder Spanplattenspäne zur Verbrennung kommen, sondern dass sich nur trockene Buchenspäne im Vorratsbunker befinden, kann man bei der Abfallverbrennung auch Frischluft in die zu messenden Rauchgase einschleusen. Mit Luft verdünnte Rauchgase bringen nun einmal niedrigere Schadstoffkonzentrationen, als reine Rauchgase. Hilf alles nichts, beauftragt man ein Ing.-Büro, das solange misst, bis mehrere akzeptable Werte gemessen wurden, die man dann zusammenschreibt um den Mittelwert zu nehmen.
Wie gesagt, der Möglichkeiten gibt es Viele. Die Abnahmeingenieure kennen natürlich viele der Manipulationsmöglichkeiten und halten dagegen, wenn sie nicht "von oben" ausgebremst werden. In NRW "verordnet" man z.B. als Auflage in der Müllverbrennung unter anderem eine permanente Fernüberwachung maßgeblicher Abgaswerte durch das Staatliche Umweltamt. Selbst der Quecksilberausstoß, ein besonders kritischer - und schwer zu messender Wert, muss im Gersteinwerk Werne - einem Steinkohlekraftwerk, das  10% Ersatzbrennstoffe mitverbrennen darf - ständig gemessen werden. NRW ist aber nicht Nordhessen. Solche Auflagen vermisst man in dem Genehmigungsschreiben für die Witzenhäuser Müllverbrennung. Dass daran gedreht wurde, wenn solche Auflagen für Witzenhausen nicht gemacht wurden, kann man sich denken. Wenn eine permanente Messung der Rauchgasemissionen verhindert wurde, drängen sich noch ganz andere Fragen auf. Wurden  die  Filterflächen so knapp ausgelegt, dass die 17.BImSchV. nur eingehalten wird, wenn 100% der Filterfläche beaufschlagt wird?  Die 17.BImSchV. besagt aber, dass die Grenzwerte  zu keiner Zeit überschritten werden dürfen.  Auch nicht zu den Zeiten, wo große Teile (u.U. 50%) der Filterflächen zwecks Reinigung (abwechselnd) weggeschaltet werden. Diese Probleme östereichischer Müllverbrenner mit ihrem Generalbauunternehmen, bzw. mit einer zu kleinen Filterauslegung, dürften auch der Knackpunkt in Witzenhausen sein.
Während in anderen Regionen die Kommunalpolitiker durchsetzen, dass die laufenden Messwerte zeitgleich online im Internet veröffentlicht werden, ist wieder einmal klar zu erkennen, dass im Werra-Meißner-Kreis vieles anders ist. Nachdem was wir schon alles erlebt haben drängt sich die Frage auf, wann ist eigentlich das Maß voll. Offenbar haben aber Kommunalpolitiker im WMK  "Narrenfreiheit".
[HOME]