Bürgerprotest oder Schattenboxen?

Nachdem engagierte Bürger und Mitglieder der Linken, den Anstoß für eine Diskussion über die Verunstaltung des Werratales mit 600 ha Energiemais (irgendwann Genmais) in Meinhard und Wanfried -, die Pipeline zur Werraversalzung (am 19.8.06) - und die 380 KV-Trasse (am 31.3.07)  im WMK gaben, versuchen CDU, SPD/FDP und Grüne danach mit purem Aktionismus (Hessenwahl) zu retten, was zu retten ist.

In Wirklichkeit streut man den Bürgern nur Sand in die Augen, um Protest gegen die E.ON vorzutäuschen. Wirklicher Protest sieht anders aus.

Am Beispiel 380 KV-Trasse:

Nur wenige Worte zum Nachdenken:
Das Thema 380-KV Trassen steht auch in anderen Regionen Deutschlands, Östereichs und in anderen EU-Ländern zur Diskussion. Es gibt Bürgerinitiativen die wirklichen Protest organisieren, und Bürgerinitiativen sowie Kommunalpolitiker, die nur das ansprechen, was sowieso nicht durchzusetzen ist (z.B. Kabel anstatt Freileitung), und damit mehr oder weniger den EVU´s in die Hände spielen.
Kabel ist zwar technisch machbar, doch wird keine
Genehmigungsbehörde, kein Spitzenpolitiker der neoliberalen Parteien und kein Verwaltungsrichter, diese teure Variante (siehe Bild) bei uns in Erwägung ziehen, bzw den EVU´s finanziell zumuten.
Es sei denn, die immensen Kosten können dem Steuerzahler oder den Stromverbrauchern in Rechnung gestellt werden.
Kabelkanal mit 380 000 Volt Trasse.

Superteure Verkabelung anstatt Gittermasten- aber 20 km weiter einen Windpark fordern.
Während im Werra-Meißner-Kreis Hoffnungen bzgl. einer Verkabelung geweckt werden und ein Engagement von Niedersachsens Ministerpräsident Wulff und Bundesumweltminister Gabriel bzgl. "Verkabelung" gesehen wird, blicken andere BI´s etwas genauer hin.

BI  Werra-Meißner in der WR


Seltsam, während in Berkatal über den Verlauf der Freileitung mit der E.ON geredet wird,
verbreitet die SPD-BI in Meißner etwas von einer in Aussicht gestellten Gesetzesänderung
bzgl. einer Verkabelung und macht den Bürgern falsche Hoffnungen.

BI Innerstetal



Trassenverlauf, auch hier werden Regionen und BI´s gegeneinander ausgespielt

 Bürgerinitiative 380KV.Erdkabel.Gemeinden Baddeckenstedt und Holle

Vergleichende Studie zu Stromübertragungstechniken im Höchstspannungsnetz.

Vergleich: Freileitung / Verkabelung.

Freileitung und Kabel

In Dänemark 4 Mrd. für Erdkabel

Eine Analyse der Vattenfall Europe AG mit dem
Beispiel des 380-kV-Kabelprojekts in Berlin


Gegen eine Verkabelung der 380 KV-Trasse im WMK spricht, dass die E.ON eine Verkabelung nicht will,  und dass es in ganz Europa kaum Verkabelung für Höchstspannung gibt.


Quelle: ISR TU - Berlin

Es ist auch ein Unterschied ob 380 KV in Mailand, Berlin, Paris, Wien, durch einem Alpentunnel, durch einen Fjord - oder an einem Wildpark im Werra-Meißner-Kreis vorbei transportiert werden müssen. Dazu kommt, das die genannten Mehrkosten (mit dem Faktor 4 - 10  wird operiert) für eine Verkabelung nicht auf den Strompreis umgelegt werden können, jedoch die EVU´s noch Geld mit den hohen Freileitungsverlusten verdienen, da diese Verluste in den Strompreis einkalkuliert werden können. (GIL bzw. gasisolierte Kabel hätten z.B. fast keine Verluste.) 
Wären Freileitungen für Höchstspannungen noch irgendwo in Deutschland durchsetzbar, wenn die Netzbetreiber anfangen würden,
in bestimmten Regionen die Höchstspannungsleitungen zu verkabeln?

Möglichkeiten, auf diese Freileitungstrassen zu verzichten gibt es.
Wie z.B. im verstaatlichten Stromnetz in Dänemark, wo für 4 Mrd. eine Verkabelung des gesamten Höchstspannungsnetzes geplant ist.
  
Oder wie in Frankreich wo mit einem Temperaturmonitoring

die vorhandenen Leitungen höher ausgelastet werden?

Aber auch bei dezentraler Kraft-Wärme-Koppelung werden diese Höchstspannungsleitungen überflüssig.
Einerseits wird neben dem Strom auch noch die Wärme sinnvoll in Nahwärmenetzen eingesetzt (anstatt Gas und Öl wird Kraftwerks-Abwärme für die Beheizung ganzer Stadtteile eingesetzt), andererseits erzeugt man den Strom da, wo er verbraucht wird.

Je nach Bürgerinitiative werden solche Möglichkeiten beleuchtet oder verschwiegen.
Dazu aber mehr am Ende der Seite.

Hoffnungen zu erwecken, und so zu tun, als ob man mit der Forderung nach Verkabelung im Werra-Meißner-Kreis irgend etwas erreichen würde, ist falsches Spiel und Vorwahlkampf.

Ich sehe das auch als eine Kanalisierung des Protestes an.

Michael Krämer würde sagen:
Ja, sie sind schon ganz schön durchtrieben unsere halbprofessionellen Kommunalpolitiker. Jetzt arbeiten sie schon konspirativ mit Bürgernitiativen zusammen oder gründen sie gleich selbst, damit man auch von dieser Seite bei der Durchsetzung der Klientelpolitik keine unangenehmen Querschläger zu erwarten hat. (Quelle)

Dass die EVU´s ausgiebig "Landschaftspflege" betreiben ist allseits bekannt. Auch im WMK haben wir genügend  Kommunalpolitiker, die gern auf der "Payroll" eines EVU´s stehen würden oder schon stehen. Erinnern wir uns, wer der EAM (jetzt E.ON-Mitte) die Stadtwerke Eschwege oder die Wasserversorgung div. Gemeinden andiente und wer sich Lustreisen nach Venedig von der EAM bezahlen lies. Hat man nicht schon immer die EAM von vorn bis hinten bedient. Und jetzt macht man auf "Protest"?
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Der Story: "Die 380 KV-Trasse ist notwendig, um den Windstrom von der Küste nach Süddeutschland zu transportieren", wird auch von der BI im WMK nicht widersprochen. Die Wahrheit sieht anders aus. Es geht europaweit um Billigstrom aus Importkohle und Atomkraftwerken, der in westeuropäischen Ballungszentren teuer verkauft werden soll.



BI´s aus Thüringen



U.a. aus 3 Atomkraftwerken in Polen (1) und der Slowakei (2).
Schneise durch den Thüringen-Wald für Billigstrom aus Polen.

BI aus der Steiermark


und aus 3 Großkraftwerken für Importkohle an unserer Nordseeküste,
mit in etwa der gleichen Leistung wie 6000 - 8000 Windräder.
Morgenpost Dez. 2006


Wenn die vom SPD-Landtagskandidat Franz und Herrn Rohmund (früher Straßenbauamt) ins Legen gerufene BI schreibt: "Die Bürgerinitiative hat nichts gegen regenerative Energie-Erzeugung", bedeutet das doch, dass die BI versucht, die E.ON-Story "vom Windstrom von der Küste" den Wählern allen Ernstes "aufzubinden". Natürlich gibt es auch Leute, die das Herrn Franz "abkaufen". Die glauben aber auch, dass bei ihnen Windstrom aus der Steckdose kommt, wenn sie bei ihren Stromlieferanten "Ökostrom" bestellt haben und bezahlen.
Ob aber deren Geld nicht für den Bau eines Atomkraftwerkes in Rumänien ausgegeben wird, steht aber auf einem ganz anderen Blatt.



Die atomare Globalisierung

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Einerseits läßt man -
um Subventionen einzusparen - den Steinkohle-Bergbau an Ruhr und Saar "absaufen", andererseits bauen wir Mega-Kraftwerke für Importkohle an der Küste und machen uns auch noch bei der Kohle abhängig. Leider benötigen wir aber diesen Billigstrom aus Kohle- und Atomkraftwerken, denn wovon soll der Strom aus Energiemais subventioniert werden? Ich hoffe, nicht nur aus Steuergeldern.
Es gab aber auch schon früher Leute, die den Ofen verkauften um die Kohlen zu bezahlen.
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Sieht so ernsthafter Protest aus?

Alternative Möglichkeiten zur Freileitung werden je nach Bürgerinitiative beleuchtet oder verschwiegen.
Wollen Sie sich über die Arbeit von Bürgerinitiativen umfassend informieren, empfehle ich:
http://www.energienetz.de/print.php4?content_news_detail=537&back_cont_id=393
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/Verflechtung_Energiewirtschaft_Politik.pdf
http://www.eydelstedt.de/aktuell13.htm
http://www.eydelstedt.de/aktuell14.htm
http://b.cache.thl-cdu.de/files/2/a/1/a9b4d4dc19afe667dfb5329669245/DRS42479%5B1%5D.pdf
http://www.vorsicht380kv.de/presse/ta20070408.htm
http://walter-norbert.de/380kv_ambergau/index.htm
http://salzburg.orf.at/stories/205838/
http://www.hochstedt.de/hochstedt/presse/presse.htm
http://www.achtung-hochspannung.de/cms/front_content.php
http://www.energienetz.de/print.php4?content_news_detail=537&back_cont_id=393
http://www.go-lienz-osttirol.net/gal/cordignano.htm
http://burgenland.orf.at/stories/162742/
http://www.380kv-ade.at/plaintext/archiv/presseecho.htm
http://www.380-kv.de/pressemitteilungen.html
http://www.8ung.at/bials/380kv.htm
http://www.gruene-thueringen.de/cms/default/dok/180/180139.situationsbeschreibung_zur_380kvtrasse.htm
http://www.pds-fraktion-thueringen.de/presse/pm2007/pm030407a.html
http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Uckermark/id/168478
http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1018555
http://www.energienetz.de/print.php4?pre_cat_open=41&id=89&subid=393&
http://www.diepresse.com/home/wirtschaft/economist/309053/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/economist/index.do
http://oesterreich.orf.at/salzburg/stories/181413/
http://www.vde.com/NR/rdonlyres/A4202C1E-BD5C-4D98-8ADE-E6291E9351F7/8115/engpassmanagement1.pdf
http://www.isr.tu-berlin.de/fachgebiete/fg_orlp/lehre/material/sose04/sektorale_20040614_08benergie.pdf
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Verlieren wir aber die geplante 380 kV-Trasse durch den WMK nicht aus den Augen.
Hoffen wir dass sich die BI-Unterstützer, nicht von der SPD einlullen lassen.


BI Eydelstedt

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